Komet "Shoemaker-Levy 9" 1994
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Shoemaker Levy 9

Zeichnung: © M. Weber

Jupiter am 26. Juni 1994 vor dem Einschlag des Kometen

Zeichnung: © M. Weber

Jupiter am 17. Juli 1994. 1 Tag nach dem Einschlagen der ersten Bruchstücke des Kometen.
Im Süden sind 2 Einschlagstellen erkennbar. Darüber im Südlichen Äquatorialen Band der Große Rote Fleck, im nördlichen Band ist der Schatten des Mondes Io an diesem Tage zu sehen. Die beiden Einschlagstellen befanden sich genau in dem Breitengrad, der bereits Wochen vorher von den Wissenschaftlern berechnet wurde.

Zeichnung: © M. Weber

Jupiter am 23. Juli 1994. 7 Tage nach dem Einschlagen der ersten Bruchstücke des Kometen.
Im Süden sind 4 Einschlagstellen erkennbar.

Zeichnung: © M. Weber

Jupiter am 30. Juli 1994. 14 Tage nach dem Einschlagen der ersten Bruchstücke des Kometen.
Im Süden sind 2 länglich gezogene Gruppen von Einschlagstellen erkennbar.

Der Komet "Shoemaker-Levy 9" ist im Juli 1994 auf den Planeten Jupiter eingeschlagen.

Zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte konnte der Absturz eines Kometen auf einem anderen Planeten unseres Sonnensystems mitbeobachtet werden, und dies nicht nur mit professionellen Riesenteleskopen, sondern auch mit relativ kleinen Amateurgeräten.
Als der Komet "Shoemaker-Levy 9" in den letzten Märztagen des Jahres 1993 vom Schmidt-Teleskop des Mt. Palomar aus entdeckt wurde, war zuerst noch nicht abzusehen, was für ein spektakuläres Ereignis diese Entdeckung mit sich bringen würde. Gefunden wurde das Objekt von dem Ehepaar Shoemaker zusammen mit David Levy, die gemeinsam und auch einzeln schon zahlreiche Kometen in der ferne des Alls aufgespürt, und sich damit auf dem Gebiet der Kometenentdeckung bereits einen weltweit bekannten Namen gemacht hatten. Doch mit diesem neu entdeckten Kometen geschah etwas, das ihn zu einem einmaligen Ereignis werden ließ, einem Jahrtausendereignis.

Nach Berechnungen der Wissenschaftler muss der Komet bereits im Juli 1992 zu nahe am Jupiter vorbeigeflogen sein, wobei er durch die gewaltigen Gezeitenkräfte des Jupiter in Stücke gerissen wurde. Aus den Überresten bildete sich eine lange Kette von etwa 23 Bruchstücken, die auf eine Bahn um Jupiter gezwungen wurden. Schließlich, so waren die Vorhersagen, sollten diese Trümmer zwischen dem 16. und 22. Juli 1994 in die Atmosphäre des Gasplaneten eindringen.

Jupiter, der keine feste Oberfläche besitzt, rotiert mit der sehr hohen Geschwindigkkeit von ca. 10 Stunden pro Umdrehung. Nach Vorausberechnungen sollen die Einschagstellen der Kometentrümmer so glücklich liegen, dass sie bereits kurz nach dem Auftreffen in die Atmosphäre auf der uns zugewandten Seite des Planeten erscheinen sollten. Noch bis unmittelbar vor dem Ereignis glaubten die meisten Astronomen, Einschlagstellen und eventuelle Lichtblitze welche beim Eintreten der Trümmer in die Atmosphäre entstehen können, wenn überhaupt, dann nur mit Großteleskopen, dem Hubble-Space-Teleskop und der Voyager-Sonde beobachten zu können.

Trotzdem richteten viele Amateurastronomen auch ihre Geräte am 16.7.1994 auf den Jupiter aus, in der Hoffnung doch etwas zu sehen. Glücklicherweise war an diesem Samstag einigermaßen gutes Wetter über Trier, so dass der Planet mit dem 150mm Coudé-Refraktor anvisiert werden konnte. Doch auch nach genauester Betrachtung des Planeten konnte nichts entdeckt werden. Aber schon am nächsten Abend konnten dann doch 2 eindeutige Flecken in den Wolkenstrukturen unterhalb des SEB erkannt werden (Bild 2). Weitere Beobachtungen zeigten immer wieder neue Einschlagstellen wie am 23.7. (Bild 3) und am 30.7. (Bild 4)

Mit der Zeit regulierte sich die Wolkenstruktur wieder, so dass die "Einschlagstellen" wieder verschwanden. Berechnungen nach entsprachen die Einschläge einer Sprengkraft von ca. 800 GT TNT (20-50 Millionen Hiroshima-Bomben)

1 | 26.6.1994 | 23:15 MESZ | Zeichnung am Coudé-Refraktor der Sternwarte Trier

2 | 17.7.1994 | 22:00 MESZ | Zeichnung am Coudé-Refraktor der Sternwarte Trier

3 | 23.7.1994 | 22:00 MESZ | Zeichnung am Coudé-Refraktor der Sternwarte Trier

4 | 30.7.1994 | 22:00 MESZ | Zeichnung am Coudé-Refraktor der Sternwarte Trier